Starker 2. Platz bei adh-Open Wellenreiten
Contest-Info vorab:
Beim Wellenreiten werden Wettkämpfe nach dem K.O.- Prinzip veranstaltet. In jeder Runde gibt es mehrere „Heats“ in denen mehrere Surfer*innen (in diesem Fall 4) gleichzeitig im Wasser sind und in einer bestimmten Zeit (hier 15 Min) versuchen müssen, möglichst gute Wellen zu surfen. Am Strand gibt es 5 Judges, die jede gesurfte Welle mit einer Punktzahl zwischen 0 und 10 bewerten. Dabei werden verschiedene Kriterien, wie Anzahl der Manöver, Technik, Style, Radikalität usw. in die Bewertung mit einbezogen. Für jede(n) Surfer*in werden die zwei am besten bewerteten Wellen zum individuellen Heat-Score zusammenaddiert. Die beiden Surfer*innen mit den höheren Heat-Scores kommen dann in die nächste Runde.
Innerhalb des Contests gibt es mehrere Kategorien, bei denen unterschiedliche Surfstile gefordert sind. Beim Longboarden werden Bretter mit einer Länge ab 9 Fuß oder länger gesurft und es gilt auf dem Brett kunstvoll hin und her zu laufen, was eher dem Oldschool-Surfen entspricht. Beim Shortboarden werden kurze Bretter, meistens um die 6 Fuß oder kleiner gesurft und es stehen radikale enge Kurven und vertikales Surfen im Vordergrund.
Bildrechte: ADH
Die ADH-Open im Wellenreiten waren für mich dieses Jahr ein sehr besonderes Event, nicht nur wegen des Erfolges im Wettkampf, sondern auch weil ich dort neben den altbekannten Gesichtern der deutschen Surfszene viele Freund*innen aus meinem vorherigen Erasmus Aufenthalt wiedergetroffen habe. So konnte ich die ersten zwei Tage nach der Ankunft am Samstagnachmittag mit vielen schönen Menschen am Strand von Seignosse verbringen und die Aufregung vor dem Wettkampf ablegen.
Am Montag ging es dann los mit dem Viertel- und Halbfinale im Longboarden, in denen ich beide Male mit meinem Bruder David antreten durfte, bis ich aus dieser Kategorie leider ausgeschieden bin.
Nachdem es im Wasser ein paar Komplikationen mit lokalen Surfer*innen gab, bin ich mit einem mulmigen Gefühl in die 1. Runde im Shortboarden gestartet und konnte mich kurz vor Schluss noch mit einer guten Welle in die nächste Runde bringen. Damit wurde der 1. Contest-Tag für mich beendet und leider war es hiernach auch vorbei mit den guten Bedingungen im Wasser, weshalb die nächsten Runden etwas Glück erforderten. Surfen wie in der Ostsee - nur größer.
Nach einem Pause-Tag ging es am Mittwoch früh morgens in die finalen Runden. Mit entsprechendem Support am Strand konnte ich mich ins Halbfinale kämpfen, wo ich zusammen mit meinem Bruder gegen Sylvester Wenzel und Max Römer wohl das schwierigste Heat des Contests angetreten bin. Mit zwei soliden Wellen konnte ich mich unerwartet für das Finale qualifizieren und hatte Glück, dass Max in den schwierigen Bedingungen keinen Backup-Score bekommen konnte.
Nach diesem Halbfinale fiel bei mir die Spannung weg, ich hatte mein persönliches Ziel schon erreicht.
Im Finale konnte ich auf einer rechten Welle am Rande der Contest-Sandbank einige schöne Manöver surfen und mich hinter dem sehr verdienten neuen Hochschulmeister Sylvester Wenzel auf dem zweiten Platz einreihen. Am Strand wurde ich nach dem Heat von meiner Schwester Mirijam, meinem Bruder und allen Freunden empfangen und hab auch direkt die erste Bier-Dusche abbekommen. Viel weiter hätte ich es mit dieser Konkurrenz wohl nicht bringen können und ich habe mich unfassbar gefreut, dass ich es bei meiner 4. Wettkampf-Teilnahme nicht nur endlich ins Finale, sondern gleich auf den zweiten Platz geschafft habe.
Am selben Tag hat mein Bruder dann auch noch das zweite Mal den Longboard-Titel geholt, sodass natürlich gefeiert werden musste. Die nächsten Tage konnten wir uns dann noch ein bisschen ausruhen und uns mit ein paar Freesurf-Sessions belohnen. Am Donnerstagabend wurden nochmal alle Erfolge des Contests bei der Sieger*innen-Ehrung gewürdigt, bei der die Stimmung sehr ausgelassen war. Alle waren vor Ort sehr supportive und die Atmosphäre war die ganze Woche über sehr gemeinschaftlich. Ich freu mich schon aufs nächste Jahr!
Bericht: Elias Flesch
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